BEIZEN UND SPÜLEN

Durch Beizen (Säurebehandlung) werden Grate, Schweißspritzer, Rost, etc. aus den Rohren entfernt.

 Das Durchspülen ist ein Reinigungsprozess mit dem gleichen Hydrauliköl, das auch später im System zum Einsatz kommt. Das Spülöl muss dabei in einem Flusskreislauf ausreichende Reibung an den Rohrinnenseiten erzeugen, um die vorhandenen Partikel abzulösen.

Beizen

Dieser Vorgang besteht aus drei Phasen.

  • Für diesen Säure-Reinigungsprozess kommt Picklane T60 zum Einsatz.
  • Die anschließende Neutralisierung geschieht mit passivem T70.
  • Zum Abschluss werden die gereinigten Flächen mit Hydrauliköl benetzt.

Nach den ersten beiden vorgenannten Schritten wird das System also mit Hydrauliköl durchspült, um einen Ölfilm auf den vorher gereinigten und jetzt blanken Flächen zu erzeugen.

Für diesen Beizvorgang kommt folgende Ausrüstung zum Einsatz.

3 Tanks für Säure, Wasser und Neutralisierungsflüssigkeit,

Säurepumpe

Heizgerät

PH-Anzeige

Durchspülen

Dieses Durchspülen ist ein Reinigungsvorgang, der mit einem turbulenten Ölfluss Rohrleitungen nach abgeschlossener Herstellung und Montage von innen reinigt.

Die notwendigen Druck- und Durchflussmengenwerte zum Erzeugen der erforderlichen Turbolenz hängen von Rohrdurchmesser und -Länge ab. Bei der Auslegung der Schleifen sind Rohrdurchmesseränderungen zu vermeiden und dann wird der Durchflussprozess gestartet.

Ein Leitungs-Messbericht wird anhand der Messwerte erstellt, die von an die Leitung angeschlossenen Mini-Messsonden geliefert werden. Ein Leitungs-Messbericht wird anhand der Messwerte erstellt, die von an die Leitung angeschlossenen Mini-Messsonden geliefert werden, das Öl wird mit Hilfe von Stickstoffentladungen durch das System gepresst und die Rohre werden erst ausgeliefert, nachdem sie die geforderten Reinheitswerte erreicht haben.

Notwendige Ausrüstung

Durchflusseinheit;

Filter (3, 6, 10, 20)

Kollektoren

Hydraulikschläuche für die Schleife

Leitungs-Partikelmesseinrichtung

Die Dauer des Durchflussvorgangs hängt von der Leitungslänge und der Menge im System vorhandener Verunreinigungen ab.

Bei passender Kombination von Durchflussleistung, Schleifenerstellung und Aufteilung der Rohrlänge in geeignete Abschnitte ist die notwendige Reinigungsdauer in den Griff zu bekommen. Sonst kann die Reinigungsdauer extrem lang werden oder ist eventuell überhaupt keine Reinigungswirkung zu erzielen.

Bestimmung der Durchflussraten

Der wichtigste Faktor zur Bestimmung der Durchflussraten ist die Turbolenz des Ölflusses. Diese Turbolenz muss mindestens eine Reynolds-Nummer über 2320 erreichen.

Je höher die Durchflussrate durch das System, desto kürzer die notwendige Durchflusszeit.

Folgende Durchfluss-Nennwerte sollen als Richtwerte dienen, sind aber nur zur Orientierung geeignet. Auch wenn eine Reynolds-Nummer ab 2320 genügt, um eine ausreichende Flussturbolenz zu erzeugen, setzen wir hier eine Nummer von 5000 an, um die Durchflusszeiten zu verkürzen und die Flussraten auf anwendbaren Werten zu erhalten.

Die Flussrate wird

mit der Formel Q = Re*v*d*0,0000471 berechnet.

Q: Flussrate (L/Min.)

Re: Reynolds-Nummer

v: Öl-Viskosität (mm²/Sek.)

d: Rohrdurchmesser (mm)

Die Bestimmung der Flussrate beruht auf den dicksten Druck- und Rückführleitungen im jeweiligen System.

Gehen wir zum Beispiel davon aus, dass die Druckleitung 2” (48.3-5) und die Rückführleitung 2” (60.3-2.77) Durchmesser haben:

Der Innendurchmesser der Druckleitung beträgt 38,3 mm. Wir nehmen eine Reynolds-Nummer von 5000 und eine Öl-Viskosität von 22 mm2/Sek. bei 60 °C (140 °F) an.

Entsprechend gilt:

Q => 5000*22*38.3*0.0000471

Q => 198 L/Min.

Durchflussraten ab diesem Wert werden also für den Durchspülprozess ausreichen.

Der Innendurchmesser der Druckleitung beträgt 54,76 mm. Wir nehmen eine Reynolds-Nummer von 5000 und eine Öl-Viskosität von 22 mm2/Sek. bei 60 °C (140 °F) an.

Entsprechend gilt:

Q => 5000*22*54.76*0.0000471

Q => 283 L/Min.

Als Mindest-Durchflussrate ist ein Wert von 283 L/Min. akzeptabel, da die Druck- und die Rückführleitungen gleichzeitig gereinigt werden. Die genannte Flussrate ist der Mindestwert. Bei einem höheren Wert verringert sich die Durchflusszeit entsprechend. (Bitte beachten Sie aber, dass der Hauptfaktor für die notwendige Reinigungsdauer die Intensität der Verschmutzung ist.)

Phase II des Durchspülvorgangs

Der Haupttank des Systems wird mit Öl befüllt, nachdem das System mit der Durchspüleinheit gereinigt wurde. Alle Pumpen werden eingeschaltet und aus dem Haupttank wird Öl mit geringem Druck in das System eingelassen. Alle Verschlüsse und Linien sind angeschlossen. Die Zylinder und Hydraulikmotoren sind vom System getrennt. Alle Ventile sind aktiviert. Der Systemrücklauf wird an den Hauptrücklauffilter und dieser an den Haupttank angeschlossen.

Die Durchspülkreise werden wieder vom System getrennt und das System wird wieder in den Betriebszustand versetzt, nachdem mit dem Durchspülsystem der gewünschte Reinigungsgrad erzielt wurde. Bei allen diesen Anschluss- und Lösearbeiten ist immer mit großer Sorgfalt vorzugehen.